Wohnen und Alltag
In jeder Wohnform wird in der Regel selbstständig gekocht, am Wochenende beteiligen sich die jungen Menschen an dieser Gemeinschaftsaufgabe. Auf eine ausgewogene gesunde Kost, die vorwiegend aus dem eigenen biologischdynamischen Anbau kommt, wird besonderer Wert gelegt. Die jungen Menschen bewohnen ein Einzelzimmer und lernen, Eigenverantwortung für sich und ihr Lebensumfeld zu übernehmen. Ziel ist, dass die jungen Menschen eine selbstständige Lebensführung erlernen und entsprechende Alltagsorientierung erfahren. Schloss Hamborn ist ein Ort, an dem junge Menschen Förderung, Teilhabe und Eigenwirksamkeit erfahren.
Im pädagogischen Alltag steht der junge Mensch im Mittelpunkt. Mithilfe einer partizipativen Erziehung sollen die jungen Menschen zu eigenverantwortlichen und gesellschaftsfähigen Persönlichkeiten heranreifen können.
Leben und Arbeiten in Wohnformen
In den Wohnformen wird eine rhythmische Tagesgestaltung gepflegt, die eingebettet ist in den Wochen- und Jahreslauf. Gemeinsame Mahlzeiten, Hilfe bei den Hausaufgaben, sinnvolle Freizeitgestaltung und Umgang mit Medien, Zusammenarbeit mit Schule und KompetenzFörderung, Feiern von Festen, gemeinsam überlegte Wochenendgestaltung und gruppenübergreifende Aktivitäten sind dabei wichtige Pfeiler. Auch im einrichtungseigenen Jugendhaus lernen Jugendliche Verantwortung zu übernehmen und organisieren jugendspezifische Veranstaltungen, wie z.B. Konzerte, Sportturniere etc.
Die Kinder und Jugendlichen besuchen in der Regel die Rudolf-Steiner-Schule mit Abiturklasse, die Förderschule für Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung oder das Berufskolleg für Sozial- und Gesundheitswesen. Für Jugendliche und junge Volljährige, die nicht mehr schulpflichtig sind, gibt es Maßnahmen zur berufspraktischen Orientierung oder begleitete Ausbildungen im Bereich KompetenzFörderung.
Elternarbeit und Ferienzeiten
Die Elternarbeit wird über Heimelterntreffen (2 x im Jahr), pädagogische Wochenenden und individuelle Gesprächstermine geleistet.
Für die Schulferien in NRW der Schüler:innen in der Kinder- und Jugendhilfe werden mit diesen, ihren Eltern oder Sorgeberechtigten und den Jugendämtern individuelle Zeiten in der Familie vereinbart. Die Einrichtung bietet durchgängig Ferienangebote und Ferienfreizeiten an. Die jeweilige Gruppenleitung koordiniert die Ferienmaßnahme in Zusammenarbeit mit den Eltern, jungen Menschen und ggf. mit dem öffentlichen Kostenträger der Jugendhilfe.
Ergänzende Therapien und Maßnahmen
Ergänzt wird das pädagogische Konzept durch niederschwellige Therapien der Einrichtung. Hierzu gehören der therapeutische Reitstall, die Rhythmische Einreibung, musiktherapeutische Arbeit, therapeutische Sprachgestaltung und Therapien außerhalb. Ausgehend von dem Entwicklungsstand des jungen Menschen werden einerseits individuelle Maßnahmen geplant, die es den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, in einer Klasse (wieder) beschult zu werden, einen ihr:ihm gemäßen Schulabschluss zu erlangen und andererseits ihre:seine Persönlichkeit in vollem Umfang entfalten zu können.
Vertrauensstelle
In Schloss Hamborn leben, lernen und arbeiten viele Menschen. Für alle soll hier ein Ort sein, an dem man sich gegenseitig unterstützt und sich geborgen fühlen kann. Im Zusammensein von vielen unterschiedlichen Menschen kann es aber auch zu Handlungen kommen, die nicht in Ordnung sind. Handlungen, die Grenzen verletzen oder sogar gewalttätig sind.
Alle Mitarbeiter fühlen sich dem Leitbild verpflichtet, die Persönlichkeit und die Würde der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zu schützen und zu achten. Das Anliegen aller Beteiligten ist es, respektvoll und achtsam miteinander umzugehen. Dabei geht es darum, die hier lebenden jungen Menschen vor verbalen, körperlichen, psychischen oder sexuellen Übergriffen zu schützen – egal von wem sie ausgehen!
Wir wissen aber auch, dass im Alltag immer wieder Situationen auftreten können, wo aus verschiedenen Gründen im Affekt gehandelt wird und so Grenzen (oft unbeabsichtigt) überschritten werden. Für solche Situationen gibt es die Vertrauensstellen im Landschulheim und in der KompetenzFörderung. Die Mitarbeiter beider Vertrauensstellen arbeiten eng zusammen.
Sowohl die Person, die sich ungerecht behandelt fühlt, als auch diejenige, die glaubt, sich selber nicht richtig verhalten zu haben, kann in einem geschützten und vertraulichen Rahmen mit uns sprechen und wir können dann bei der Klärung behilflich sein. Auch Zeugen eines solchen Verhaltens können sich bei uns melden.